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Nach dem Berufseinstieg wieder zurück in die Heimat

Constantin Schüßler ist Communications Manager für das IT-Security Start-Up QuoScient in Frankfurt am Main. Er arbeitete zuvor bei der international tätigen Kommunikationsberatung Burson-Marsteller (heute bcw) lange Jahre als Berater für IT- und Digital-Unternehmen sowie an Themen und Projekten der Digitalisierung. Constantin hat drei Jahre in Berlin als Politikberater gearbeitet und dort unter anderem am Aufbau der de’ge’pol COM als Social Media Manager mitgewirkt sowie den Politik-Podcast “Hauptsache Was Mit Politik” mitbegründet. Die Digitalisierung ist sein berufliches Leitthema und persönliches Interesse, dass er auch im cnetz als aktives Mitglied betreibt.Constantin hat Politikwissenschaften an der Maastricht University und der UAB Barcelona für seinen Bachelor und an der University of St. Andrews für seinen Master studiert.

Constantin Schüßler zog es nach dem Berufseinstieg als Politikberater und mehreren Jahren Berufserfahrung bei der Kommunikationsagentur Burson-Marsteller (jetzt bcw) wieder zurück in seine Heimat ins Rhein-Main-Gebiet. Was ihn dazu bewogen hat und über die Vor- und Nachteile spricht er in diesem Gastbeitrag.



Frage: Wie kam es dazu, dass Du Dich dazu entschieden hast, Dir einen Job in Deiner Heimat zu suchen?

Constantin: Kurz und knapp geantwortet “You can get the boy out of Rhein-Main, but Rhein-Main never out of the boy”. Ich durfte bereits viele Städte und Länder erleben in meinen Zwanzigern, aber es war für mich immer klar, dass ich “irgendwann” in meine Heimatregion zurückziehe. Und da habe ich noch das Glück, dass das Rhein-Main Gebiet als meine Heimat eine traditionell wirtschaftlich starke und somit attraktive Region ist. Ab Mitte/Ende Dezember 2017 stand ich vor der Situation, dass ich beruflich wie privat völlig frei war – ohne es zu wollen – und mich dann gefragt habe was ich vom Leben will und was mich glücklich macht. Als erste Antwort stand das “JA” für die Heimat fest. Das zweite “JA” war für einen Beruf im Bereich Kommunikation mit Bezug zur Politik und Digitalisierung. Beides habe ich nun gefunden: eine schöne Wohnung in meiner Herzensstadt Mainz und einen coolen Job als Communications Manager für ein ambitioniertes Start-Up in Frankfurt am Main.

Frage: Was sind die größten Unterschiede zwischen Deinem neuen und Deinem ehemaligen Job? Hat Dein neuer Job mehr oder weniger mit Politik zu tun?

Constantin: Im Bereich Kommunikation habe ich nun gute sechs Jahre Berufserfahrung gesammelt, die sich 50/50 auf Unternehmenskommunikation und Politikberatung verteilen. Die Unternehmenskommunikation und das Marketing für mein Start-Up stehen natürlicherweise momentan im Vordergrund. Dadurch tritt die Politikberatung bzw. politische Kommunikation vorerst etwas in den Hintergrund und das ist der größte Unterscheid zwischen meinem alten und neuen Job. Natürlich ist die Politik für uns als Start-Up wichtig und wir sind hier aktiv, aber die politische Kommunikation nimmt nicht mehr 100 Prozent meiner täglichen Arbeit ein. Somit konzentriert sich meine Arbeit viel mehr auf den Aufbau und Betrieb von effektiven Kommunikationsstrukturen innerhalb des Unternehmens und die Kommunikation nach außen, also noch zuvor in Berlin auf das Netzwerken, Abendempfänge und Treffen. Natürlich gibt es ausreichend Chancen zu Netzwerken in Rhein-Main und eine sehr lebendige digitale Szene, aber noch nicht in dem Ausmaß wie in Berlin. Da muss ich auch noch mehr raus und diese neue Netzwerke treffen und kennenlernen. Darauf freue ich mich sehr.

Frage: Für die meisten ist Berlin, was politiknahe Jobs betrifft, nach wie vor der Nabel der Welt. Wie schätzt Du die beruflichen Perspektiven außerhalb von Berlin ein und was würdest Du anderen Young Professionals raten, die ebenfalls gerne wieder in Ihr Bundesland zurück wollen?

Constantin: Wer Politikberatung auf professionellem sowie nationalem und internationalem Niveau betreiben möchte, muss zweifellos nach Berlin. In keinster Weise möchte ich meine Zeit beruflich wie privat an der Spree missen. Es hat mir unheimlich gut gefallen und viele Erfahrungen gegeben. Nur es gibt auch mehr als Berlin, selbst wenn es manchmal schwer fällt, dies in der politischen “Blase” in Berlin zu erkennen. Deutschland lebt von seinen unterschiedlichen Regionen und diese beheimaten unheimlich viele interessante Unternehmen und zunehmend immer mehr Start-Ups, die sehr coole Idee haben und sehr professionell arbeiten und agieren – auch gerade im Bereich politische Kommunikation. Jedem Young Professional kann ich nur raten: Macht Erfahrungen und sucht euch spannende Projekte. Berlin ist dafür für ein paar Jahre sicherlich in beruflicher Hinsicht konkurrenzlos, was die Möglichkeiten betrifft. Außerhalb von Berlin gibt es in jeder Region genügend spannende politiknahe Jobs, nur sind diese oftmals nicht so “visibel” und klingen so attraktiv, wenn man diese mit “Berliner” Jobs vergleicht. Ich habe einen super Job für mich gefunden, der ganz klar das Potenzial für politische Kommunikation hat und der ich mich zukünftig vielleicht mal wieder zu 100 Prozent widmen kann. Daher sollte man einfach offen sein und immer gezielt fragen, ob und wie das Thema Politik bei Unternehmen gehandhabt wird. Zudem sind die Beziehungen zur und Arbeit auf der Landespolitik nicht zu unterschätzen, da sie direkter spürbare Auswirkungen auf das eigene Unternehmen haben können.

Lieber Constantin, vielen Dank für diese offenen Worte und die wertvollen Einblicke in ein Thema, das sich für den einen oder anderen nach dem Berufseinstieg sicherlich stellt! Weitere Tipps und Erfahrungen rund um den Einstieg in politiknahe Berufe, zur Jobsuche, Gehaltsvorstellungen, dem Berufsalltag und vieles mehr findet Ihr in unserem eBook Berufseinstieg Politikwissenschaft. sowie in unserem Podcast “Hauptsache was mit Politik-“.

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