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Digitalkommentar: Was tun gegen Social Bots?

Digitalkommentar: Was Tun Gegen Social Bots?

Kurz vor Weihnachten geht es in meinem Digitalkommentar um das Thema Social Bots. Der neue Vorsitzende der CDU-Bundestagsfraktion Ralph Brinkhaus und andere haben vor kurzem eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht von Social Bots für die Betreiber sozialer Netzwerke ins Spiel gebracht.

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Warum? Hintergrund ist das anstehende Superwahljahr 2019, in dem die Europawahl und auch Wahlen in mehreren Bundesländern anstehen. Das Problem mit den sogenannten Social Bots ist, dass sie in großem Stil Falschmeldungen auf Facebook, Twitter und Co. verbreiten und dass sie auf bestimmte Schlagwörter automatisiert mit vorgefertigten Antworten reagieren. Alles mit dem Ziel, möglichst viele Nutzer in ihrer Meinung zu beeinflussen.

Das Abgrenzungs- und Umsetzungsproblem einer Kennzeichnungspflicht

Was kann man dagegen tun? Die Plattformbetreiber nun gesetzlich dazu zu verpflichten, diese Social Bots zu kennzeichnen, klingt zwar erstmal gut, erweist sich beim genaueren Hinsehen jedoch als kaum praktikabel und zudem nicht wirklich als Lösung für das Problem. Das fängt schon bei der Definition an, wer oder was ein Social Bot überhaupt ist.

Ist jeder Social Media Account, der Beiträge automatisch abschickt, automatisch ein Bot? Dann träfe das zum Beispiel auch auf Nachrichtenagenturen oder Parteien zu. Denn auch die und inzwischen jeder, der in den Sozialen Netzwerken professionelle Kommunikation betreibt, plant und verfasst Beiträge im Voraus, die dann automatisch zu bestimmten Zeitpunkten auf verschiedenen sozialen Netzwerk online gehen. Wo soll hier die Grenze gezogen werden?

Auf der anderen Seite muss man sagen, dass es in den sozialen Netzwerken auch hilfreiche Bots gibt. Die sogenannten Service Bots. Sie beantworten zum Beispiel Fragen eines Kunden zu einem Produkt rund um die Uhr, helfen bei Bestellungen oder liefern zu einem Thema die gewünschten passenden Informationen. Solche Bots werden bald auch immer stärker in der politischen Kommunikation eingesetzt. Zum Beispiel als interaktives FAQ zum Wahlprogramm. Solche seriösen Bots, werden bereits als solche gekennzeichnet. Denn die Anbieter haben gemerkt, dass die Nutzer sich andernfalls getäuscht fühlen und schließlich will niemand das Vertrauen seiner Kunden oder Wählern verlieren.

Das eigentliche Problem ist das Verhalten der Nutzer

Kommen wir zurück zum eigentlichen Problem, dass mit Blick auf die Wahlen im kommenden Jahr, die Zahl der Falschmeldungen im Social Web deutlich zugenommen hat und deren Einfluss auf vergangene Wahlen, wie in den USA nicht von der Hand zu weisen ist. Viel bedenklicher als die Zunahme von Falschmeldungen finde ich, dass immer mehr Nutzer eine Information, die irgendein dubioser Account XY verbreitet, einfach glauben, ohne sie zu hinterfragen.

In den sozialen Netzwerken gilt der Grundsatz: Die Nutzer haben es weitestgehend in der Hand, welcher Content viral geht und was als Fakenews desklassifiziert wird. Von daher wäre es doch aus politischer Sicht besser, sich zu fragen: Wäre es nicht sinnvoll ein Programm zu initiieren, das einen kritischen Umgang mit sozialen Medien fördert. Und zwar ganz bewusst eines, das sich nicht nur an Jugendliche sondern auch an ältere Nutzer richtet.

Social Media Kompetenz und Aufklärung wären eine effektivere Lösung

Parteien oder noch besser eine überparteiliche Institution, wie zum Beispiel die Bundeszentrale für politische Bildung könnten dazu kostenfreie Webinare anbieten, in denen ganz praktisch erklärt wird: Wie identifiziere ich Falschmeldungen in sozialen Netzwerken und was kann ich tun, damit diese auch als solche abgestempelt werden und verschwinden?

Das wäre aus meiner Sicht deutlich wirksamer und nachhaltiger als eine Kennzeichnungspflicht für Social Bots einzuführen die in der Praxis zum einen kaum umsetzbar ist und die zum anderen das eigentliche Problem nicht löst, dass Falschmeldungen verbreitet werden und dass ihnen immer mehr Menschen in den sozialen Netzwerken auf den Leim gehen.

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